Expert Contributor:
Riccardo Tamburini, Kevin Murphy
In einem offenen Feld zu stehen, während der dichte Nebel das Gras bedeckt und das erste Licht den Horizont berührt, kann sich magisch anfühlen – ein Moment, in dem man darauf wartet, dass sich die Tierwelt offenbart. Für die traditionellen Jäger ist dies jedoch auch eine Zeit der großen Unsicherheit und Herausforderung.
Treffen Sie unsere vertrauenswürdigen Pulsar-Botschafterinnen und -Botschafter: Riccardo Tamburini aus Italien und Kevin Murphy aus dem Vereinigten Königreich. Beide haben einen dramatischen Wandel von traditionellen Jagdpraktiken hin zu solchen erlebt, die von modernen technologischen Fortschritten geprägt sind.
Bevor Wärmebildgeräte überhaupt ein Thema waren, wurde der Rhythmus von Wild und Jäger gleichermaßen durch das natürliche Licht bestimmt. Kritische Momente – kurz vor der Dämmerung – bieten nur geringe Sicht, doch gerade dann kommen nachtaktive und dämmerungsaktive Tiere wie Rotwild, Rehwild und Wildschweine leise hervor, um zu äsen. Dies gibt dem Jäger nur eine flüchtige Gelegenheit, Präzision und Schnelligkeit unter Beweis zu stellen.
„Man hat nur wenig Zeit, einen guten Schuss anzubringen; gelingt es jedoch nicht, das erlegte Tier in der Nähe des Anschussortes zu Fall zu bringen, beginnt eine mühsame Suche nach dem toten Tier“. Oft braucht man einen speziellen Hund, aber der ist erst am nächsten Tag verfügbar. Im Sommer kann diese Verzögerung ein großes Problem darstellen“.
Kevin diese Schwierigkeiten und erinnert daran, dass das Jagen bei ungünstigen Lichtverhältnissen ohne einen technischen Vorteil eine fast unmögliche Aufgabe war. „Lampen waren wirklich das Einzige, was ich benutzt habe, und obwohl dies auch jetzt noch effektiv sein kann, hat die Wärmebildtechnik wirklich alles verändert und mir die Zweifel genommen, die ich als Jäger hatte: Ist da was? Ist es sicher? Oft würde ich wegen dieser Ungewissheit nicht schießen“, sagt er.
Kevin Murphy
Der Moment der Klarheit – der Wärmebild-„Aha!“-Moment – ist dann gegeben, wenn sich ein entfernter, verschwommener Schatten in ein Tier mit einer unverwechselbaren Form und Wärmesignatur verwandelt.
Während Kevin nach einigen Jahren Jagderfahrung bereits mit Nachtsichttechnik vertraut war, kam Riccardo erst nach über 30 Jahren Erfahrung zur Wärmebildtechnik. Er erinnert sich an ein altes und erschwingliches Pulsar Axion XM30S Monokular, das sein Jagdverständnis auf total den Kopf stellte. „Ich fühlte mich wie ein Kind mit einem neuen Spielzeug. Eine neue Welt öffnete sich vor meinen Augen: die dunkle Welt. „Es war unglaublich, in dem hohen Gras die Ohrspitzen eines Rehs zu sehen!“, erzählt er.
Riccardo merkt an, dass mehrere Tests erforderlich waren, um das Gerät in vollem Umfang nutzen zu können. Das veränderte nicht nur seine Art zu jagen, sondern auch seine Wahrnehmung dieser Praxis. „Oftmals wird angenommen, dass ein Jäger mit Hilfe eines Wärmebildgeräts erkennen kann, welches Tier ihn aus großer Entfernung beobachtet. Das ist nicht wahr. Man kann verstehen, was man sieht, aber nur dank seines Wissens, denn man wird nur einige Lichter in der Dunkelheit sehen, ohne weitere Informationen zu erhalten. Jagen ist auch Erforschen, und man verbringt viele Stunden damit, die Umgebung zu erkunden“.
Riccardo Tamburini
Kevin hingegen zögerte anfangs kurz und fragte sich, inwieweit diese Technologie die Jagd grundlegend verändern würde. „Es fühlte sich fast so an, als würde ich schummeln! Ich wusste, dass dies alles für mich ändern würde“, erinnert er sich. Und er hatte Recht. Nach einer Weile verspürte er sowohl bei der Jagd am Tag als auch in der Nacht unbestreitbares Selbstvertrauen: „Es hat mir vor allem gezeigt, dass ich die Wärmebildtechnik Tag und Nacht nutzen kann.“
Ähnlich wie Riccardo hält auch Kevin die Wärmebildtechnik für ein äußerst anpassungsfähiges Instrument, das die Fähigkeiten eines Jägers erweitert, aber in gleicher Weise Verantwortung und Wissen erfordert. Er genießt die Abwechslung bei seinen Ausflügen und verlässt sich dabei nach wie vor weitgehend auf seine Hauptfähigkeiten: „Ich versuche, so oft wie möglich ein konventionelles Fernglas zu benutzen. Auch wenn die Wärmebildtechnik für mich jetzt einen großen Teil der Jagd ausmacht, ist das Jagdhandwerk immer noch eine wichtige Fähigkeit, die man als Jäger haben und ausüben sollte.“
Nachdem Jagen einen großen Teil ihres Lebens ausmacht, betrachten beide Botschafter es als eine Leidenschaft, die eine unvermeidliche Verantwortung gegenüber der Natur und der Gemeinschaft erfordert.
Als Ratschlag für Neueinsteiger betont Kevin die Notwendigkeit sich sorgfältig zu überlegen: „Überlegen Sie zunächst, was und wo Sie jagen. Man muss erkunden, welches das richtige Instrument für einen ist“, rät er. Dies bedeutet, dass man seinen typischen Jagdbereich, das Wild, die erforderliche Sensorqualität und Ihr Budget in Betracht ziehen müssen. „Wärmebild-Optiken können teuer sein, aber man braucht nur selten den besten Sensor. Oft reicht ein billigeres, erschwinglicheres Modell völlig aus“. Er empfiehlt zum Beispiel das Axion XQ19 Compact Monokular. „In den meisten Fällen ist dies mehr als ausreichend, um die Wärmequelle zu lokalisieren und zu bestätigen, was man vor sich hat“.
Kevin Murphy
„Zweitens“, fährt er fort, „muss man sich Zeit nehmen, um zu lernen, wie sich die verschiedenen Tiere bewegen, wie sie sich verhalten und wie sie im Wärmebildsehen aussehen. Das ist auf lange Sicht viel besser für einen, wenn es darum geht, sein Zielobjekt zu identifizieren, anstatt einen Fehler zu machen, weil man neu ist beim Wärmebildsehen“.
Riccardo fügt noch einen weiteren wichtigen Ratschlag hinzu: Man sollte nicht zu viel Zeit mit dem Auge am Okular des Wärmebildinstruments zubringen. „Augenermüdung kann lästig sein“, erklärt er, „besonders bei bestimmten Einstellungen oder Farbpaletten. Ich weiß, dass die Leute immer ganz aufgeregt darüber sind, was sie bei der ersten Benutzung im Dunkeln sehen können, aber man muss sich immer auf die potenziellen Probleme konzentrieren, die wir haben können, wenn wir lange auf eine digitale Anzeige starren“.
Der Weg von Zweifel zu Klarheit ist mehr als nur ein Instrument; es geht darum, Ihre Verbindung zur Umgebung zu verfeinern. Durch die Integration von Wärmebildtechnologie und altbewährtem Jagdhandwerk verschafft man sich keinen unfairen Vorteil – man verbessert lediglich seine Fähigkeit, verantwortungsvoll und sicher zu handeln.