Expert Contributor:
Erik Bjaelkvall
Mit dem neuen Pulsar Thermion 3 führt Pulsar seine Premium-Wärmebild-Zielfernrohrplattform – die erste überhaupt in klassischer Bauweise – in die neueste Generation. Die neuen Modelle Thermion 3 LRF XR60 und das Spitzenmodell XT60 sind für die Jagd auf alle Entfernungen ausgelegt. Beide kombinieren Wärmebildtechnik mit 60-mm-Objektiven, einem integrierten Laser-Entfernungsmesser (LRF) mit 1200 m (1.300 yd) Reichweite, ballistischer Unterstützung und dem vertrauten Bediengefühl eines klassischen Zielfernrohrs.
Doch wie bewähren sich diese Funktionen unter realen Jagdbedingungen? Und welches Modell passt am besten für Ihre Jagd? Dieser eingehende Test behandelt Bildqualität, Entfernungsmessung und Ballistik, Ergonomie, Leistung im Revier sowie die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Modellen.
Thermion 3 LRF ist in zwei Modellen erhältlich. Das XR60 ist auf höhere Vergrößerungen ausgelegt, während beim XT60 hochauflösende Bilddetails (HD) und ein breiteres Sehfeld (FOV) im Vordergrund stehen. Beide sind für sicheres Beobachten und Schießen in unterschiedlichsten Jagdsituationen konzipiert.
| Kategorie | Details |
| Für wen geeignet | Für wen geeignet |
| Hauptmerkmale | 60-mm-Optik, Laser-Entfernungsmesser mit 1200 m (1.300 yd) Reichweite, Ballistikrechner, 30-mm-Mittelrohrmontage, AMOLED-Display (Aktivmatrix mit organischen Leuchtdioden) mit 2560 × 2560 Pixeln, klassische Bauweise |
| Kaufen, wenn … | Wenn Sie ein Premium-Wärmebild-Zielfernrohr für unterschiedlichste Jagdentfernungen und Einsatzsituationen suchen |
| Vorteil XR60 | Höhere Vergrößerung von 4- bis 40-fach |
| Vorteil XT60 | HD-Wärmebild mit 1280 × 1024 Pixeln und breiterem Sehfeld von 14,6° |
| Fazit | Premium-Wärmebild-Zielfernrohrplattform für alle Entfernungen, die Bildqualität, Entfernungsmessung, Ballistik und die vertraute Bedienung eines klassischen Zielfernrohrs vereint |
| Preisklasse | Premiumklasse |
Thermion 3 LRF ist die dritte Generation des Wärmebild-Zielfernrohr-Flaggschiffs von Pulsar. Dank seiner klassischen Bauweise nach dem Vorbild von Tageslichtzielfernrohren war das ursprüngliche Thermion das erste seiner Art. Es lässt sich wie ein gewohntes Tageslichtzielfernrohr montieren und bedienen und bietet das gleiche Bediengefühl – mit integrierter Wärmebildtechnik, Entfernungsmessung und ballistischer Unterstützung.
Seine Leistungsfähigkeit ist nicht auf eine bestimmte Schussentfernung oder Situation beschränkt. Die Plattform ist für das sichere Aufspüren und Identifizieren von Zielen, die Entfernungsmessung und ballistische Entscheidungen unter unterschiedlichsten Jagdbedingungen ausgelegt. Dafür stehen zwei Modelle zur Verfügung: Thermion 3 LRF XR60 und XT60, die nachfolgend ausführlich verglichen werden.
Obwohl beide Modelle viele Gemeinsamkeiten aufweisen, liegt der wesentliche Unterschied im Sensor, der jeweils ein anderes Seherlebnis ermöglicht. Das XR60 ist auf eine stärker vergrößerte Ansicht auf große Entfernungen optimiert, während das XT60 einen deutlich breiteren Blick auf das umliegende Gelände in HD bietet.
| Merkmal | Thermion 3 LRF XR60 | Thermion 3 LRF XT60 |
| Am besten geeignet für | Jäger, die Wert auf eine höhere Vergrößerung und detaillierte Beobachtung auf große Entfernungen legen | Jäger, die Wert auf maximale Bilddetails, ein breiteres Sehfeld beim Absuchen des Geländes und einen guten Überblick über die Umgebung legen |
| Wärmebildsensor | 640 × 480 Pixel bei 12 µm – hohe Empfindlichkeit und gute Detailwiedergabe | 1280 × 1024 Pixel bei 12 µm – mehr als viermal so viele Pixel für ein besonders detailreiches HD-Wärmebild |
| Vergrößerung | 4- bis 40-fach – beginnt mit einer höheren Grundvergrößerung und erreicht eine stärkere Vergrößerung für die genaue Beobachtung entfernter Ziele | 2- bis 24-fach – die geringere Grundvergrößerung bietet einen breiteren Überblick und erleichtert das Absuchen größerer Flächen |
| Horizontales Sehfeld, Grad | 7,3° – eine stärker fokussierte Ansicht für die Beobachtung auf große Entfernungen | 14,6° – ein etwa doppelt so breites Sehfeld, das das Absuchen des Geländes und das Verfolgen von Bewegungen erleichtert |
| Detektionsreichweite, bis zu | 3100 m (3.400 yd) – beide Modelle ermöglichen die Erkennung von Zielen auf sehr große Entfernungen | |
| Reichweite des Laserentfernungsmessers, bis zu | 1200 m (1.300 yd) – integrierter Entfernungsmesser für präzise Entfernungsmessungen | |
| Akkubetriebsdauer, bis zu | 14 Std. – eine der längsten verfügbaren Betriebsdauern | 8,5 Std. – zwar kürzer, aber immer noch ausreichend für eine ganze Jagdnacht |
| Typische Einsatzbereiche | Offenes Gelände, Beobachtungen auf große Entfernungen und Schüsse, bei denen eine höhere Vergrößerung von Vorteil ist | Abwechslungsreiches Gelände, Waldgebiete und Situationen, in denen der Überblick über die Umgebung wichtig ist |
| Nachteile | Durch die höhere Grundvergrößerung (4-fach) und das engere Sehfeld ist gleichzeitig weniger vom umliegenden Gelände sichtbar | Die maximale Vergrößerung liegt bei 24-fach gegenüber 40-fach beim XR60. Da es sich jedoch um einen Digitalzoom handelt, bleiben beim XT60 bei höheren Vergrößerungen mehr Details erhalten. |
| Nutzen | Zu beachten |
| 60-mm-Optik für ein scharfes, detailreiches Wärmebild
Plattform für das gesamte Entfernungsspektrum in unterschiedlichen Jagdsituationen Integrierter Laser-Entfernungsmesser mit 1200 m (1.300 yd) Reichweite, deutlich schneller als bei der Vorgängergeneration Integrierter Ballistikrechner mit vorgeschlagenem Haltepunkt (SPOA) Klassische 30-mm-Mittelrohrmontage Rückstoßfestigkeit bis 6000 J 65 mm Augenabstand 128 GB internen Speicher Ein interner und ein externer Akku, einfacher Akkuwechsel |
Ballistikfunktionen erfordern eine Ersteinrichtung und genaue Eingabedaten
Der Funktionsumfang übersteigt möglicherweise die Anforderungen gelegentlicher Nutzer Aufgrund der 60-mm-Optik größer und schwerer als kompakte Wärmebild-Zielfernrohre Die neue Anordnung der Bedienelemente erfordert bei Nutzern früherer Thermion-Generationen eine kurze Eingewöhnungszeit Die Akkulaufzeit des XT60 (bis zu 8,5 Std.) ist kürzer als die des XR60 (bis zu 14 Std.) Premium-Preisklasse |

Die wichtigsten Merkmale stellen wir weiter unten ausführlich vor. Wer Zahlen sehen möchte, erfährt hier, wie die beiden Modelle im Vergleich abschneiden.
| Parameter | Thermion 3 LRF XR60 | Thermion 3 LRF XT60 |
| Optik | 60 mm | 60 mm |
| Wärmebildsensor | 640 × 480 | 1280 × 1024 |
| Pixelabstand | 12 µm | 12 µm |
| System NETD | <18 mK | <20mK |
| Vergrößerung | 4-40× | 2-24× |
| Horizontales Sehfeld, Grad | 7,3 | 14,6 |
| Sehfeld in 100 m | 12,8 m | 25,7 m |
| Detektionsreichweite, bis zu | 3100 m (3.400 yd) | 3100 m (3.400 yd) |
| Reichweite des Laserentfernungsmessers, bis zu | 1200 m (1.300 yd) | 1200 m (1.300 yd) |
| Display | 2560 × 2560 AMOLED | 2560 × 2560 AMOLED |
| Augensabstand | 65 mm | 65 mm |
| Rückstoßfestigkeit, bis zu | 6000 J | 6.000 J |
| Akkubetriebsdauer, bis zu | 14 h | 8,5 h |
| Gewicht | 1,3 kg | 1,3 kg |
| Interner Speicher | 128 GB | 128 GB |
| Montage | 30-mm-Montageringe | 30-mm-Montageringe |
Die rauschäquivalente Temperaturdifferenz des Systems (NETD) gibt den kleinsten Temperaturunterschied an, den der Sensor noch erfasst. Je niedriger der Wert, desto höher die thermische Empfindlichkeit.
Das Herzstück des Thermion 3 LRF bilden in Europa gefertigte Wärmebildsensoren, die in Kombination mit 60-mm-Optiken ein scharfes, detailreiches Wärmebild liefern. Die beiden Modelle erreichen dies auf unterschiedliche Weise. Das XR60 hat einen 640 × 480, 12 µm Sensor mit <18 mK system NETD, dagegen geht das XT60 mit einem 1280 × 1024 / 12-µm-Sensor und einem System-NETD von <20 mK einen Schritt weiter – – mit mehr als viermal so vielen Pixeln. Diese Pixel machen nicht nur auf dem Papier Eindruck: Sie liefern ein äußerst aussagekräftiges Bild, in dem selbst kleinste Details erkennbar sind, die für eine sichere Entscheidung im Revier erforderlich sind.
Im Einsatz ist der Unterschied zwischen den Modellen deutlich zu erkennen. Natürlich beeinträchtigen Nebel und Feuchtigkeit wie bei jeder Wärmebildoptik die Bildqualität etwas. Insgesamt ist die Detailfülle des XT60 jedoch wirklich außergewöhnlich und kaum mit etwas anderem vergleichbar. Das XR60 bietet naturgemäß eine etwas geringere Bildqualität, liefert aber dennoch sehr aussagekräftige Bilder. Seine etwas höhere thermische Empfindlichkeit ist bei diesen ungünstigen Bedingungen von Vorteil.
Erik Bjaelkvall, ehemaliger Arctic Ranger, heute Wettkampfschütze im praktischen Schießen, erfahrener Jäger und Ausrüstungsexperte aus Schweden, beschreibt das Wärmebild des Thermion 3 LRF XT60 so:
In Weiß-Heiß oder Schwarz-Heiß bildet das Thermion 3 LRF XT60 die Nacht wie eine Schwarz-Weiß-Fotografie der Wirklichkeit ab. Man sieht keine leuchtenden Flecken auf grauem Hintergrund. Stattdessen sieht man eine Landschaft mit Struktur und Tiefe, in der jedes Tier seine eigene Form und seinen eigenen Charakter hat. Heutzutage kann jeder etwas erkennen, denn jedes moderne Wärmebildinstrument findet einen warmen Fleck auf 500 m (500 yd). Entscheidend ist das Ansprechen: Was ist es, und ist es das richtige Tier? Mit 1280 HD kann ich die kalten Spitzen des Gehörns eines Rehbocks erkennen und einen einjährigen Keiler von einer Bache unterscheiden. Ich kann die Frischlinge zählen, die sich an ihre Flanke schmiegen. Frühere Wärmebildinstrumente zeigten mir, dass dort etwas war. Das Thermion 3 zeigt mir genau, was es ist.
Der größte praktische Unterschied zwischen den beiden Modellen zeigt sich bei der Vergrößerung und dem Sehfeld. Das XR60 bietet eine 4- bis 40-fache Vergrößerung bei einem horizontalen Sehfeld von 7,3° und bietet Jägern damit eine deutlich höhere Vergrößerung. Das XT60 bietet dagegen eine 2- bis 24-fache Vergrößerung und erfasst mit seinem Sehfeld von 14,6° bei gleicher Entfernung einen etwa doppelt so breiten Geländeausschnitt.
Was das in der Praxis bedeutet, hängt vor allem davon ab, wie Sie jagen. Wenn Sie überwiegend in offenem Gelände jagen und weit entfernte Ziele erfassen müssen, ist die höhere Grundvergrößerung besonders nützlich und ein engeres Sehfeld dürfte für Sie gerade noch ausreichen. In Waldgebieten oder abwechslungsreichem Gelände, wo es schwieriger sein kann, den Überblick über die Umgebung zu behalten, ist das breitere Sehfeld des XT60 dagegen deutlich vorteilhafter.
Beide Thermion 3 LRF-Modelle verfügen über einen integrierten Laser-Entfernungsmesser mit einer Reichweite von bis zu 1200 m (1.300 yd), der sowohl Einzelmessungen als auch kontinuierliche Messungen im Scanmodus ermöglicht. In den Geräteeinstellungen können Sie wählen, ob die Entfernung in Metern oder Yards angezeigt wird.
Der Entfernungsmesser ist zudem deutlich schneller als bei der Vorgängergeneration. Das ist im Revier ein großer Vorteil, da Sie den genauen Entfernungswert schneller erhalten und sich problemlos an veränderte Situationen anpassen können.
Erik über den Entfernungsmesser:
Ein Knopfdruck genügt, und die Entfernung samt Haltepunktkorrektur wird angezeigt. Der Laser-Entfernungsmesser ist schnell und präzise. Damit gibt es vor dem Schuss eine Unsicherheit weniger.
Die Entfernungsmessung arbeitet mit dem integrierten Ballistikrechner zusammen, den Sie über die App Stream Vision Ballistics einrichten. Anhand der gemessenen Entfernung und des individuellen Ballistikprofils des Jägers zeigt das Zielfernrohr sofort eine Markierung für den vorgeschlagenen Haltepunkt (SPOA) auf dem Display an, die die erforderliche Korrektur angibt.
Wenn Sie bisher noch keine Ballistik-Apps verwendet haben, müssen Sie sich möglicherweise erst etwas einarbeiten. Danach ist die Bedienung jedoch sehr intuitiv. Entscheidend sind vor allem die eingegebenen Daten. Der vorgeschlagene Haltepunkt (SPOA) kann nur so genau sein wie diese Daten. Überspringen Sie diesen Schritt daher nicht. Korrekte Angaben zu Waffe und Munition sorgen dafür, dass die Markierung dort erscheint, wo das Geschoss auftrifft. Falsche Eingaben verschieben dagegen den vorgeschlagenen Haltepunkt. Ein gutes Beispiel ist die Geschossgeschwindigkeit. In der Regel wird empfohlen, sie separat mit einem Chronographen zu messen, da die Angaben auf der Munitionsverpackung häufig falsch sind. Das mag aufwendig klingen, aber nach der Ersteinrichtung erscheinen die für einen präzisen Schuss erforderlichen Vorschläge direkt auf dem Display Ihres Thermion 3.
Trotz der Technik im Inneren bewahrt das Thermion 3 LRF das Aussehen und Bediengefühl eines klassischen Zielfernrohrs. Sein 30-mm-Mittelrohr lässt sich mit handelsüblichen 30-mm-Montageringen befestigen. Die Montage ermöglicht die Einstellung des Augenabstands entlang der optischen Achse.
Das Zielfernrohr ist recht groß und schwer, hat aber zugleich eine schlanke, glatte Form. Wenn Sie klassisches Design mögen, ist dieses Zielfernrohr das Richtige für Sie. Auch die Montage und die gesamte Einrichtung der Waffe bleiben vertraut.
Die wichtigsten Bedienelemente des Thermion 3 LRF befinden sich näher am Schützen, am Okular, und sind dadurch leichter erreichbar. Ein Drehencoder übernimmt die Menüsteuerung, ein separates Rad die Zoomverstellung. So bleiben die vom Schießen mit Tageslichtzielfernrohren gewohnten Handgriffe erhalten.
Die Fokussierung erfolgt jetzt über ein Rad am oberen Verstellturm, das mit beiden Händen leicht erreichbar ist.
Die Bedienelemente sind neu. Wenn Sie frühere Thermion-Generationen gewohnt sind, müssen Sie sich daher zunächst etwas umgewöhnen. Danach werden Sie die Bedienung sicher deutlich einfacher finden. Auch das Zoomrad ist bemerkenswert angenehm zu bedienen.
Das sagt Erik über die neuen Zoom- und Fokussierräder:
Die Kombination aus dem neuen Zoomrad und dem neuen Fokussierrad gefällt mir ausgesprochen gut. Als Wettkampfschütze weiß ich, dass Sekundenbruchteile zählen. Für Jäger gilt das genauso. Je schneller man klar sehen und sich für den richtigen Schuss entscheiden kann, desto besser. Mit diesen Bedienelementen kann ich von einem weiten Blick über die Landschaft auf ein einzelnes Tier wechseln, das mich interessiert, und das Bild scharf stellen, ohne den Kopf vom Schaft zu heben. Schon in der ersten Nacht fühlte sich die Bedienung ganz natürlich an. Mein Tipp: Stellen Sie die Schärfe bereits vor dem Auftauchen der Tiere auf die erwartete Entfernung ein, aber seien Sie auf alles vorbereitet.
Beide Modelle verfügen über ein kontrastreiches AMOLED-Mikrodisplay mit 2560 × 2560 Pixeln, das für die Jagd auf große Entfernungen optimiert ist. Das Thermion 3 LRF hat außerdem eine neue grafische Benutzeroberfläche, die die Lesbarkeit verbessert und den Zugriff auf Statusinformationen, Schnellmenüs und das Hauptmenü sowie die Navigation erleichtert.
Erik über das Display:
Das Display ist so fein aufgelöst, dass man nicht mehr an Pixel denkt, sondern beginnt, das Tier anzusprechen.
Das XR60 bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 14 Stunden, das XT60 von bis zu 8,5 Stunden. Beide Angaben sind Maximalwerte, die bei 22 °C gemessen wurden. Im Revier ist daher mit kürzeren Laufzeiten zu rechnen. Die kürzere Laufzeit des XT60 ist auf seinen leistungsstärkeren Sensor zurückzuführen. Für besonders lange und kalte Nächte lohnt es sich daher, einen Ersatzakku mitzunehmen.
Beide Modelle verfügen über einen internen und einen externen Akku. Der externe Akku lässt sich so einfach wie gewohnt wechseln. Auch der interne Akku wurde gemäß den EU-Anforderungen so konstruiert, dass er entnommen werden kann.
Das Thermion 3 LRF ist für großkalibrige Munition mit einer Mündungsenergie von bis zu 6000 Joule (J) ausgelegt. Der Augenabstand von 65 mm bietet zusätzliche Sicherheit beim Schießen mit großkalibrigen Gewehren.
Das Thermion 3 LRF kann den Moment der Schussabgabe durch rückstoßaktivierte Videoaufzeichnung automatisch festhalten.Die Rückstoßempfindlichkeit kann mit drei Einstellungen an unterschiedliche Schießkonfigurationen angepasst werden. Shadow Recording ist ebenfalls verfügbar. Stream Vision bietet zudem eine automatische Schusserkennung, sodass Sie den Schussmoment nicht manuell im Video suchen müssen. Der interne Speicher mit 128 GB bietet Platz für stundenlange Videoaufnahmen und Tausende Fotos.
Das Zielfernrohr unterstützt außerdem Stream Vision 2 und Stream Vision Ballistics und bietet 9 Farbpaletten, 3 Displayformen, 10 Absehenformen, 10 Einschießprofile sowie eine Anzeige der seitlichen Neigung und des Höhenwinkels.
Entfernungen, Gelände und Schusssituationen können sich während eines einzigen Jagdeinsatzes verändern. So verhält sich das Thermion 3 LRF in einigen dieser Situationen.
Auf kurze Entfernungen und in abwechslungsreichem Gelände sind Sehfeld, Fokussierung und Bedienelemente besonders wichtig. Das breite Sehfeld und die 2-fache Grundvergrößerung des XT60 erleichtern das Absuchen der Umgebung und das Erkennen von Bewegungen. Mit dem Fokussierrad am oberen Verstellturm lässt sich die Schärfe von kurzen bis zu großen Entfernungen gleichmäßig einstellen. Die wichtigsten Bedienelemente sind am Okular leicht erreichbar. Das XR60 zeigt mit seinem engeren Sehfeld weniger von der Umgebung auf einmal, bietet aber durch die 4-fache Grundvergrößerung bereits einen näheren Blick auf das Ziel.
Erik, der über jahrzehntelange Erfahrung im Revier verfügt, beschreibt, wie eine Jagdnacht tatsächlich verläuft:
Die typische Jagd gibt es nicht, und genau das ist das Spannendste daran. Eine ruhige Nacht kann sich innerhalb von Sekunden in einen unvergesslichen Moment verwandeln. Gerade dann braucht man eine Ausrüstung, die jedes Mal genau gleich funktioniert. Und genau so habe ich das Thermion 3 erlebt. Damit konnte ich schnell ein perfektes Bild einstellen und das Ziel rasch erfassen, selbst bei völliger Dunkelheit und Nässe. Das wichtigste Merkmal hat sich bewährt: das breite Sehfeld in Kombination mit dem neuen Zoomrad. Ich beobachte den gesamten Feldrand und jedes Tier in der Gruppe. Dann zoome ich auf das Tier, das mich interessiert, ohne es aus dem Bild zu verlieren. Jagd bedeutet stundenlange Geduld und wenige Sekunden für eine Entscheidung. Für diese Sekunden wurde das Thermion 3 entwickelt.
Im offenen Gelände kommen die 60-mm-Optik, die Detektionsreichweite von bis zu 3100 m (1.300 yd) und der Laser-Entfernungsmesser mit bis zu 1200 m (1.300 yd) Reichweite zum Tragen. Dies sind Maximalwerte. Nebel und Luftfeuchtigkeit beeinträchtigen jedes Wärmebildinstrument. Unter realen Bedingungen ist daher mit geringeren Reichweiten zu rechnen. Das breitere Sehfeld des XT60 erleichtert das Auffinden eines Ziels, während die bis zu 40-fache Vergrößerung des XR60 ein genaueres Beobachten ermöglicht. Bei den höchsten Vergrößerungsstufen ist allerdings Vorsicht geboten: Da der Zoom rein digital ist, wird das Bild pixelig.
Bei Schüssen auf größere Entfernungen greifen Vergrößerung, Entfernungsmessung und SPOA-Korrektur ineinander. Die höhere Vergrößerung des XR60 lässt entfernte Ziele näher erscheinen, der Entfernungsmesser misst die Entfernung und die SPOA-Markierung zeigt die entsprechende Korrektur an. Das Zielfernrohr ist auch für großkalibrige Gewehre ausgelegt und das große Display macht den Blick durch das Zielfernrohr deutlich angenehmer.
Schädlingsbekämpfung erfordert viel Beobachtung, Entfernungsmessung und wiederholte Schüsse, oft über lange Nächte hinweg. Der Sensor des XT60 mit 1280 × 1024 Pixeln liefert die meisten Details zur Identifizierung von Zielen. Der schnellere Entfernungsmesser liefert im kontinuierlichen Scanmodus beim Absuchen des Geländes fortlaufend Entfernungswerte. Die rückstoßaktivierte Aufzeichnung hält jeden Schuss fest, und für die Aufzeichnungen stehen 128 GB Speicherkapazität zur Verfügung. Mit bis zu 14 Stunden Akkulaufzeit kann das XR60 auch bei längeren Einsätzen genutzt werden.
Bei der Forstwirtschaft und im Flächenmanagement geht es überwiegend um die Beobachtung in unterschiedlichem Gelände und auf unterschiedliche Entfernungen. Das breite Sehfeld und das detailreiche Bild des XT60 erleichtern das Absuchen großer Flächen. Die Detektionsreichweite von bis zu 3100 m (3.400 yd)ermöglicht das Erkennen auf große Entfernungen im offenen Gelände, während der Entfernungsmesser schnell die Entfernung zu allem liefert, was Sie entdecken. Mit 128 GB Speicher steht ausreichend Platz zur Verfügung, um Ihre Entdeckungen aufzuzeichnen. Die Aufnahmen lassen sich über Stream Vision 2 auf dem Smartphone verwalten.
Die Montage erfolgt wie bei einem herkömmlichen Zielfernrohr. Prüfen Sie vor dem Festziehen der Montageringe, ob der Augenabstand zu Ihrer tatsächlichen Schießposition passt. Ziehen Sie die Ringe anschließend mit dem in der mitgelieferten Bedienungsanleitung angegebenen Drehmoment fest. Den gesamten Vorgang erläutern wir in unserem Leitfaden für die richtige Einrichtung eines Wärmebild-Zielfernrohrs für die Jagd.
Das Einschießen Ihres Thermion 3 ist einfach. Die Freeze-Funktion ist beim Verstellen des Absehens besonders hilfreich. Gehen Sie wie folgt vor:
Vergessen Sie nicht das abschließende Speichern, da die Einschießeinstellung erst durch Drücken der Speichertaste bestätigt und gespeichert wird. Mit den 10 verfügbaren Einschießprofilen können Sie für jedes Gewehr oder jeder Laborierung eine eigene Einschießeinstellung speichern.
Erik über das Einschießen und die Ballistik:
Das Einschießen ist wie immer einfach, aber das sagt sich leicht, wenn man es schon oft gemacht hat. Wenn Sie zum ersten Mal einschießen, lesen Sie die Bedienungsanleitung gründlich, sehen Sie sich ein Anleitungsvideo an und verwenden Sie eine Zielscheibe, die im Wärmebild tatsächlich sichtbar ist. Für die Ballistik nutze ich die App Stream Vision Ballistics. Sie erstellen Ihre Profile in der App und übertragen sie direkt auf das Zielfernrohr. Die App kann auch die örtlichen Wetterbedingungen berücksichtigen. Das Scheibenschießen auf große Entfernungen hat mich gelehrt, dass eine ballistische Berechnung nur so gut ist wie die eingegebenen Daten. Messen Sie die Mündungsgeschwindigkeit, achten Sie auf die korrekte Visierhöhe und überprüfen Sie die Berechnung auf den Entfernungen, auf die Sie tatsächlich schießen. Bei der Jagd schieße ich nur selten auf große Entfernungen und rate auch davon ab. Bei korrekten Daten arbeitet das System jedoch sehr präzise.
Das Ballistikprofil wird über die App Stream Vision Ballistics eingerichtet, Firmware-Updates erfolgen über Stream Vision 2. Wenn Sie nicht den vollen Umfang der Ballistikfunktionen benötigen, können Sie ein einfaches Einschießprofil direkt am Zielfernrohr erstellen.
Auf dem YouTube-Kanal von Pulsar finden Sie zahlreiche praktische Videos zu Thermion-Zielfernrohren, darunter Anleitungen zum Einschießen und zum Ballistikrechner. Wenn Sie zum ersten Mal ein Thermion verwenden, könnten diese Anleitungen hilfreich sein.
Innerhalb des Pulsar-Sortiments sind Thermion 3 LRF, Thermion 2 LRF und Trail 3 LRF für verschiedene Anforderungen ausgelegt. Die Tabelle zeigt, für welche Anforderungen sich die einzelnen Modelle eignen.
| Entscheidungsfaktor | Thermion 3 LRF | Thermion 2 LRF | Trail 3 LRF |
| Produktpositionierung | Neueste Premium-Plattform für das gesamte Entfernungsspektrum | Bewährte Premium-Thermion-Plattform (Vorgängergeneration) | Kompaktes Wärmebild-Zielfernrohr |
| Am besten geeignet für | Jäger, die neueste Wärmebildtechnik und eine umfassende Ausstattung für Schüsse auf unterschiedliche Entfernungen suchen | Jäger, die bewährte Leistung und eine größere Modellauswahl wünschen | Jäger, die Wert auf kompakte Bauweise mit integrierten Präzisionsinstrumenten legen |
| Montage | Klassische 30-mm-Montageringe | Klassische 30-mm-Montageringe | Monoblock mit Schienenmontage |
| Optik | 60mm | 50–60 mm, je nach Modell | 50 mm |
| Detektionsreichweite, bis zu | 3100 m (3.400 yd) | 2800 m (3.100 yd), je nach Modell | 2300 m (2.500 yd), je nach Modell |
| Entfernungsmessung | Integrierter Laser-Entfernungsmesser, 1200 m (1.300 yd) | Integrierter Laser-Entfernungsmesser, 800 m (900 yd) | Integrierter Laser-Entfernungsmesser, 1200 m (1300 yd) |
| Ballistische Unterstützung | Ballistikrechner und SPOA | Ballistische Unterstützung | Ballistikrechner und Korrekturen |
| Wärmebildoptionen | Thermion 3 LRF XR60 für höhere Vergrößerung; Thermion 3 LRF XT60 für HD-Details und ein breiteres Sehfeld | Große Auswahl an Sensor- und Vergrößerungskonfigurationen | Trail 3 LRF XQ50 für thermische Empfindlichkeit; Trail 3 LRF XR50 für mehr Details und Reichweite |
| Preisklasse | Premium | Premiumklasse, Vorgängergeneration | Erschwinglicher |
Das Thermion 3 LRF eignet sich für Jäger und Profis, die ein einziges Zielfernrohr für alles suchen – von Begegnungen auf kurze Distanz bis zu Schüssen auf große Entfernungen, ohne auf die vertraute Bedienung eines klassischen Zielfernrohrs zu verzichten. Welches Modell am besten passt, hängt davon ab, wie Sie bevorzugt beobachten.
Erik, Ausrüstungsexperte mit jahrzehntelanger Erfahrung im Revier, fasst es so zusammen:
Außen Gold, innen HD-Wärmebildtechnik. Das Thermion 3 setzt den Maßstab, den der übrige Markt erreichen will.
Eine Premium-Wärmebild-Zielfernrohrplattform für das gesamte Entfernungsspektrum mit integriertem Laser-Entfernungsmesser, ballistischer Unterstützung und klassischer 30-mm-Mittelrohrmontage.
Es richtet sich vor allem an Jäger, Forstfachleute und Schädlingsbekämpfer, die auf unterschiedliche Entfernungen arbeiten.
Das XR60 verfügt über einen 640 × 480-Sensor mit 4- bis 40-facher Vergrößerung, während das XT60 einen 1280 × 1024-HD-Sensor mit 2- bis 24-facher Vergrößerung und einem deutlich breiteren Sehfeld bietet.
Das XT60 mit einem horizontalen Sehfeld von 14,6° gegenüber 7,3° beim XR60.
Das XR60 mit 4- bis 40-facher Vergrößerung gegenüber 2- bis 24-fach beim XT60.
Beide Modelle bieten eine Detektionsreichweite von bis zu 3100 m (3.400 yd), gemessen bei 22 °C. Im Revier ist sie geringer.
Beide Modelle verfügen über einen integrierten Laser-Entfernungsmesser (LRF) mit einer Messreichweite von bis zu 1200 m (1.300 yd).
Ja. Anhand der gemessenen Entfernung und des individuellen Ballistikprofils des Nutzers zeigt es eine Korrektur und einen vorgeschlagenen Haltepunkt (SPOA) auf dem Display an.
Ja. Seine klassische Zielfernrohrbauweise ist für handelsübliche 30-mm-Montageringe ausgelegt.
Ja. Es ist für den Rückstoß von Munition mit einer Mündungsenergie von bis zu 6000 J ausgelegt. Der Augenabstand von 65 mm bietet bei großkalibrigen Gewehren zusätzliche Sicherheit.
Bis zu 14 Stunden beim XR60 und bis zu 8,5 Stunden beim XT60, gemessen bei 22 °C. Beide Modelle verfügen über einen internen und einen externen Akku.
Wählen Sie im Hauptmenü das gewünschte Einschießprofil, stellen Sie die Entfernung ein und geben Sie einen Probeschuss ab. Frieren Sie anschließend mit der Freeze-Funktion das Bild ein und verschieben Sie das Absehen seitlich und in der Höhe auf den tatsächlichen Treffpunkt. Deaktivieren Sie die Freeze-Funktion und geben Sie einen weiteren Schuss ab. Wiederholen Sie den Vorgang, bis der Treffer im Ziel liegt. Drücken Sie anschließend die Speichertaste, um die Einschießeinstellung zu bestätigen, und verlassen Sie das Menü.

Vilius Ūksas ist ein erfahrener Präzisionsschütze mit professionellem Hintergrund im Long-Range-Schießen und in der praktischen Anwendung ballistischer Kenntnisse. Er nimmt aktiv an IPSC- und IDPA-Wettkämpfen sowie an der anspruchsvollen Brutality-Wettkampfserie teil. Dabei verbindet er praxiserprobte Schießfertigkeiten, die auch unter hohem Druck überzeugen, mit fundierten Kenntnissen der Ballistik und der Leistungsfähigkeit von Gewehren unter realen Einsatzbedingungen.

Erik Bjaelkvall ist ein ehemaliger Arctic Ranger, der heute als Sportschütze an praktischen Schießwettbewerben teilnimmt. Darüber hinaus ist er ein erfahrener Jäger und Ausrüstungsexperte mit jahrzehntelanger Erfahrung im Gelände.
Von Schweden aus hat Erik Wärmebildgeräte unter unterschiedlichsten Umweltbedingungen intensiv getestet – von offenen Ebenen bis hin zu zerklüfteten Gebirgslandschaften, bei Schnee, Nebel und Sonnenschein.
Bevor Sie ein Nacht- oder Wärmebildgerät kaufen, vergewissern Sie sich bitte, dass Sie die örtliche Gesetzgebung einhalten und es nur verwenden, wenn es erlaubt ist. Unsere Botschafterinnen und Botschafter kommen aus verschiedenen Ländern und sind viel unterwegs, was ihnen die Möglichkeit gibt, verschiedene Geräte zu testen. Wir fördern oder unterstützen keinerlei gesetzwidrige Nutzung unserer Geräte irgendwelcher Art. Wenn Sie mehr über die Vorschriften bezüglich der Ausfuhr- und Verkaufsbeschränkungen erfahren möchten, besuchen Sie bitte den folgenden Link: Richtlinie für Export- und Verkaufsbeschränkungen.